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Beringer: Der Anker

 

Der Anker - Beringer Brake System

 

 

 

Auf der EICMA in Mailand lernten wir nach vorherigem E-Mail- Kontakt

endlich das Ehepaar Beringer persönlich kennen.

Ein netter kleiner Stand, zusammen mit Devil und dem italienischen Importeur dieser beiden Marken lud geradezu zu einem Gespräch ein.

 

Vorab fiel unser Augenmerk allerdings auf den Bremsdruck- Demonstrations- Prüfstand. Verbaut waren eine Beringer Bremsscheibe, ein Beringer Bremssattel und die genial gemachte Handbremspumpe aus dem gleichen Haus.

Mit zwei Fingern, in Verbindung mit geringer Handkraft gezogen, erreichten wir den vollen Bremsdruck.


Im folgenden Gespräch versicherte man uns, dass die Anlage im Fahrbetrieb genauso funktioniert wie es uns der Prüfstand als Eindruck vermittelte. Um diese Aussage zu unterstreichen, schickte uns Beringer eine Testanlage.

 

 


 

Der Kit „Top Race“ besteht aus einer voll schwimmend gelagerten Bremsscheibe,

einem Sechskolbensattel, einer Stahlflex- Bremsleitung

und einer revolutionären  Handbremspumpe.


Voller Erwartung begannen wir mit der Montage

und schon dort wurden wir positiv überrascht.

Der Bremssattel wird direkt, ohne Adapter am Gabelfuß verschraubt

und mit mitgelieferten Einstellscheiben auf der Bremsscheibe zentriert.

Ein- und Ausbau des Sattels bei montierter Bremsscheibe ist kein Problem,

da die 310er Disk logischerweise  mehr Platz zum Felgenkranz lässt als eine 320er.

 


 

Bei der Handbremspumpe fällt die unwahrscheinlich kompakte Bauweise auf.

Selbst ohne Veränderung der Anbauposition der Handguards lässt sich die Armatur am Lenker platzieren.

 


 

Was aber macht nun die Sonderstellung dieser Bremsanlagen aus Frankreich aus?

`

Die Bremsscheibe ist aus speziellem Stahlguss

der höheren Temperaturen standhält hergestellt.

Jegliche Gefahr einer Rissbildung wird durch die fehlende Lochung auf ein Minimum reduziert. Geringer Verschleiß und niedriges Gewicht bei größtmöglichen Verzögerungswerten

zeichnen die Aeronal Racing Bremsscheibe aus.

Der aus hochfestem Aluminium gefertigte Innenkranz ist genauso wie die Scheibe auch

an eine Laufrichtung gebunden.

Durch diese spezielle Konstruktion wird eine optimale Übertragung der Bremskräfte gewährleistet.
Apropos Bremskräfte- diese werden über die 6-Kolbenzange übertragen,

die aus hochfestem Aluminium in einer Güte gefertigt wird, die der Luftfahrtnorm entspricht.

Durch ihre besondere Formgebung und das hochwertige Material baut sie extrem klein und lässt  in Verbindung mit der 310er Scheibe sogar eine sehr einfache Felgenmontage ohne Demontage des Sattels zu.

Ihr geringes Gewicht verdankt sie allerdings nicht nur den oben genannten Kriterien, sondern auch der Direktmontage ohne (!) Adapter.


 

 

Die Befestigung, Führung und Schnellwechselvorrichtung der Bremsbeläge

erfolgt über zwei Bolzen, von denen einer demontierbar ist. Ein dahinter liegendes Führungsblech, das die Reibung im Betrieb verringert, erhöht die Funktionalität auf genial einfache Weise.

 

 

 

 

 

 


Genauso genial ist die Bauweise der Handbremspumpe.

Durch das weltweit patentierte System mit drei Kugellagern im Bremshebel

wird die Reibung erstens stark gemindert und zweitens in jeder Hebelstellung eine senkrechte Kraft auf den 17,5  Millimeter großen, frei geführten  Radialkolben ausgeführt.

 

 

 

 

Bei herkömmlichen Radialhandbremspumpen wird der Kolben meistens zwangsgeführt, wodurch Reibung und somit Verlust entsteht. Die Krafteinleitung erfolgt dadurch auch nicht immer genau senkrecht, was ebenso zu Verlusten führt.

Die äußerst kompakte Bauform des Beringer Master Cylinders und die wahlweise Bestückung mit verschiedenen Hebelformen und -größen machen die Armatur extrem flexibel.

 

Die Vorteile des Systems:

  1. Wenn über den Hebel eine Kraft auf den Kolben ausgeübt wird, erreicht man bei annähernd gleicher Hebelkraft zu herkömmlichen Radialpumpen den doppelten Druck im System. Schon beim leichten Lösen der Kraft verringert  sich der Druck, was zu einem Balancefehler von nur zirka 7 Prozent führt. Bei herkömmlicher Bauweise liegt dieser bei bis zu 57 Prozent.
  2. Bei den Bremssätteln sieht es ähnlich aus. Der Balancefehler beträgt bei Beringer nur 17 Prozent, bei sonstigen Systemen hingegen bis zu 53 Prozent, wobei der benötigte Druck in der Leitung um ein Fünftel geringer ist, um die gleiche Bremskraft zu erreichen.

Dieser Fehler ergibt sich, wenn man während der Bremsphase ein wenig die Bremskraft verringern muss. Bei herkömmlichen Systemen ist es erforderlich, dass man die Kraft sehr stark verringert, bis das System reagiert.

Bei der Top Race von Beringer reagiert das System fast sofort, da es mit einem höheren Druck die Bremse löst, was dazu führt, dass man nicht wie bei herkömmlichen Systemen nachkorrigieren muss.

  1. Durch die generell höhere Brinellhärte des Scheibenmaterials und die weitaus größere Temperaturbeständigkeit ist der Reibwertunterschied zwischen kalter und warmer Scheibe wesentlich geringer, was ebenfalls der guten Ausgewogenheit zugute kommt.


Test mit der Beringer Bremse
In Volary  (www.supermot.to) testeten wir die Anlage.

Zum Vergleich fuhren wir einen Lukas Sechskolben Sattel in Verbindung mit einer Rupert Baindl 17 Millimeter Radialhandbremspumpe und einer ABM- Graugussscheibe. Genau wie die Beringer- ist auch die Baindlpumpe aus dem Vollen gefräst, was sich bei dem Schöpfer des Reihenzweizylinder Diesel Motorrades mit zwei gegenläufigen Kurbellwelle von selbst versteht. Diese Pumpe ist sauber hergestellt und mit einer Finesse versehen. Dazu nachher mehr.

Um unseren Test abzurunden, haben wir die Aprilia und somit die werksseitig verbaute FTE-Bremsanlage mit Braking- Scheibe in den Test einbezogen.  

 

 

 

 

 

 

Um Messwerte aufzeichnen zu könne, schlossen wir Druck- Messleitungen parallel zur Bremsleitung an jedem Hauptbremszylinder an. Über einen Druckfühler de Firma WIKA Tronik, war es uns möglich Druckwerte während der Fahrt in unserem Messgerät, Almemo 2690-8 der Firma Ahlborn, aufzuzeichnen. Diesen Werten konnten wir durch Tests in unserer Werkstatt, passend ermittelte Bremszylinderkraftwerte gegenüberstellen, die von der jeweiligen Handbremspumpe auf das System übertragen wurden.

 

Nach der Auswertung aller Daten ergab sich ein Diagramm für jede Anlagenkombination. Um Vor- und Nachteile sichtbar zu machen haben wir alle Werte in ein Diagramm übertragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie man unschwer erkennen kann, erzeugt die Beringer- Pumpe mit der geringsten Handkraft in diesem Test die gleichen Druckwerte im System.

Es folgt die FTE- Anlage mit Braking Scheibe und dann die Kombination Baindl, Lucas, ABM- Scheibe.

 

 

Obwohl der Bremshebel  bei dem Franzosen um zirka 3- 4 Zentimeter kürzer als bei den Kontrahenten ist, erzeugt das System bedingt durch ein günstiges Hebel- Übersetzungs- Verhältnis und die extrem minimierte Reibung, den höchsten Druck bei gleicher Kraft.
Trotz dem im Stand weich wirkenden Druckerzeuger, packt die Anlage gewaltig zu und lässt jeder Zeit einen fein dosierbaren Druckpunkt fühlen und nutzen, den man von einer Armatur mit solch kurzer Übersetzung nicht erwartet. Die extrem kurze Reaktionszeit zwischen Druck erhöhen und verringern, heißt das Korrigieren des Leitungsdrucks, zum Beispiel bei einem langen Bremsdrift, können wir nicht nur vom Gefühl her bestätigen.

Den großen Balancefehler, den herkömmliche Radialpumpen besitzen, minimiert man bei Beringer und auch bei FTE durch das Kugellager- System. Zwei Lager im Drehpunkt des Hebels und eins zur Kraftübertragung auf den Radialkolben, wirken Reibung verringernd und optimieren die Kraftübertragung auf den Radialkolben.

 

 

 

Dadurch, dass die Krafteinleitung in jeder Hebelstellung aufgrund des Lagers immer senkrecht ist und Querkräfte nicht entstehen können, erfährt auch der Radialkolben nur eine Kraft in Richtung seiner Längsachse und keine in eine davon abweichende Richtung.

 

 

 

 

 

Somit kippt der Kolben nicht und erzeugt auch keine Reibung an der Zylinderwand.

Betrachtet man einen herkömmlichen Radialhandbremszylinder, wie den von uns getesteten von Rupert Baindl, dann kann man nicht sagen, dass dieser schlecht wäre. Er ist mittlerweile lediglich technisch ein wenig überholt. Problem bei diesen Bremspumpen ist die Zwangsführung des Kolbens durch eine beweglich gelagerte Kolbenstange. Über jene Kolbenstange werden leider auch Querkräfte auf den Radialkolben übertragen, wodurch dieser in seiner Zylinderlaufbahn „klemmt“ und somit Reibung erzeugt.


Somit ist das Beringer- System das am besten funktionierende.

Bei der FTE- Anlage ist der Kraftaufwand trotz längerem Hebel größer.

Die klassische Pumpe verliert ein wenig an Boden gegenüber den Neuentwicklungen. Obwohl man bei der Baindl- Pumpe das Übersetzungsverhältnis verändern kann, spricht sie nicht so feinfühlig an wie die anderen beiden. Doch gerade das exakte Ansprechverhalten ist besonders beim Supermoto- Sport wichtig, da man nur dann auch im Offroadteil kontrolliert, sicher verzögern kann.
Ein weiterer Vorteil, den die Franzosen anbieten, ist die Hebelauswahl.

Vier Hebelvarianten stehen dem Käufer zur Verfügung. Wir Hatten in unserem Test den Zweifingerhebel verbaut, der die Armatur noch kompakter macht als sie sowieso schon ist. Wer eher auf einen externen Ausgleichsbehälter steht, der kann auch eine Beringer- Bremse mit Behälter habe.
Den Preis für den KIT Top Race könnt ihr im Fachhandel erfragen.

Lasst euch nicht zu früh von dem Preis einschüchtern.

 

Es gibt vier Sachen, die euch schnell machen.

  1. Euer Talent und eure Fitness
  2. Ein gutes Fahrwerk
  3. Eine Antihoppingkupplung
  4. Und ganz besonders eine gute Bremsanlage- was nützt ein Motortuning, wenn ihr aufgrund eines dicken Bremsarms nicht mehr richtig bremsen könnt? NICHTS!!!


 

 

Infos und Bezugsquelle:

 

 

 

 

 

Agentur Deutschland
DTD Motorradmaniacs
Helmut Thome: 0163/3195449

beringer@motorradmanics.de

 

Katalog als PDF über: www.beringer.fr





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