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Dreigestirn- Das Duell geht weiter !

 


 

BMW’s Boxer Urgewalt muss sich gleich gegen zwei Österreicherinnen mit angriffslustigen V- Aggregaten erwehren. 1170 gegen 999 und 942 Kubikzentimeter. Reiseherz gegen Renngene … alles kalter Kaffee, alte Semmel, Schnee von gestern. BMW wird sportlicher und KTM erwachsener… wie auch immer.
Die drei Kontrahentinnen sind die BMW HP2 Megamoto, die KTM Super Duke und 950 SMR. Doch gleich vorab ist hier anzumerken, dass es sich nicht um ein echtes Duell handelt! Die drei Bikes sind zu unterschiedlich, um sie miteinander zu vergleichen.


 

Die HP2 in blauweiße aus Muc ist eine Ansage BMW’s an die Zukunft. Alle Bequemlichkeit unterstützende Bauteile bleiben im Regal! Megamoto heißt mega Fahrspaß und minimalste Ausstattung. Daraus resultieren 202 Kilogramm voll getankt, brachialer Vortrieb und vehemente Verzögerung (ohne ABS). Die Kommunikation mit dem Asphalt übernimmt ein klassisches, voll einstellbares Fahrwerk mit Monofederbein und USD- Gabel, sowie endlich richtige Räder mit den Reifendimensionen 120/70-17 und 180/55-17. Unser Testmotorrad war mit Michelin Pilot Power besohlt, die sich aus jedem Eck heraus in den Asphalt krallen und beim harten Anbremsen von Kurven mit der Gewalt der Vierkolbenzangen und der Beihilfe von zwei schwimmend gelagerten 320er Scheiben nicht mehr loslassen.

 

 

Das Fahrwerk leistet in diesem Zusammenspiel Vermittlungshilfe. Hinten Öhlins und vorne Marzocchi verkuppeln Fahrzeug und Fahrbahn zu einem unzertrennlichen Paar. Die serienmäßige Fahrwerkshöhenverstellung vorne, wie auch hinten, lässt es zu, dass auch kleinere und leichtere Fahrer, die von Werk ab eher höhere Vertreterin der Megamotofamilie sicher bedienen können. Selbst in tiefster Einstellung, jeweils vorne wie hinten zwei Zentimeter tiefer, besitzt die HP2 genügend Bodenfreiheit. Der etwas tiefere Schwerpunkt lässt sie sogar noch handlicher erscheinen. Lediglich versierte Fahrer, wie Sepp Becher, einer unserer Testfahrer, ehemaliger Rundstreckenfahrer und Vater von Supermototalent JB #98- Julian Becher lassen es sich nicht nehmen, Funken sprühend die Rasten einzukürzen.
Wer das Geld besitzt um sich dieses Druckgerät leisten zu können, der wird das wohl sportlichste und kompromissloseste Boxermotorrad, das BMW je in Serie gebaut hat, mit einem breiten Grinsen im Gesicht über kurvige Landstrassen scheuchen. Dabei wird er mit Leichtigkeit andere Motorradfahrer überholen und sich im Kurvengeschlängel schnell von ihnen absetzen.

 

 


Um noch mal auf das Rastenschleifen zurückzukommen. Bei meinem ersten Zusammentreffen mit der Freundin Super Duke habe ich versucht, ihr die Krallen zu stutzen. Es ist zwar machbar, doch sollte man sich nicht auf das Einsetzen des Rastenschrabbelns warten, sonst platziert man seinen Allerwertesten schnell mal auf dem Luftsitz und kann im Großformat den wunderschönen, neuen Frontfender begutachten. Endlose Bodenfreiheit bedeutet, dass bei aufsetzenden Fußrasten die Haftgrenze der Reifen fast schon überschritten ist.
Glücklicherweise verstummte die Sirene des Krankenwagens in meinen Ohren noch einmal, nachdem der aufsetzende Kupplungskorbdeckel die Orangene daran hinderte, die 90 Grad Schräglage einzunehmen. In dieser äußerst heiklen Situation auf der Rennstrecke habe ich dem Fahrwerk viel zu verdanken. Es hat das Bike unspektakulär wieder eingefangen und mich vor einem Highsider- Abflug bewahrt.

 

 

 

Dank der guten Zusammenarbeit von KTM und WP- Suspension und den gemeinsamen, langjährigen Erfahrungen im Rennsport ergibt sich ein vollkommenes Chassis. Mit einem Standrohrdurchmesser von 48 Millimetern sind die voll einstellbaren Federelemente von WP an der Front extrem stabil ausgelegt.

 


Das Heck wird von einem WP- Monoshock- Dämpfer gezähmt. Zu der Zugstufe lässt sich hier die Druckstufe in High- und Low- Speed justieren. Die als Erstausrüsterreifen montierten Dunlop D208 RR funktionieren an einem Bike mit einem Gewicht um die 200kg wunderbar und halten bei Betätigung der zwei Brembo Radialsättel den Asphalt fest wie eine Gripzange.
Der 1000er 75 Grad V- Motor mit Einspritzung, Katalysator und ebenfalls Euro- Drei- Norm passt sich vorzüglich in das Gitterrohr- Rahmengeflecht ein.
Wer auf diesem Bike seine Sitzposition einnimmt, der verschmilzt geradezu mit dem Gemisch aus Streefighter, Racer und Supermoto zu einer homogenen Masse aus geballtem Fahrspaß. Alles ist 2007 perfekt. Die Sitzposition, der Kniewinkel, die Oberkörperneigung und somit die Arm- Hand- Haltung am Lenker.

 


 

Stellt sich nur die Frage, wie man sich auf einer Super Duke kleidet? Racekombi, lässige Caferacer Textilbekleidung oder Streetfighter - Outfit mit Springerstiefeln und Tarnjacke?

 

 


 

Eins ist auf jeden Fall sicher, die 950 SMR fährt man mit Supermotoeinteiler, Motocrosshelm und Crossstiefeln. Sie ist die einzige echte Mega- Supermoto von den drei Kandidatinnen. Auf ihr sitzt man wie auf einer Supermoto und fährt sie auch wie eine. Fuß raus, egal ob weit vorgestreckt oder neben dem Moped, der Knieschluss ist immer gegeben. Ihre Optik verrät auf den ersten Blick ihre Herkunft und Bestimmung. Hohes Heck mit Doppelrohranlage, Frontkotflügel direkt unter der Gabelbrücke montiert, Motocross- Fußrasten, ein hoher und breiter Motocrosslenker und eine Sitzbank, die weit auf den Tank hinaufragt. Zudem ist sie gepaart mit einem voll einstellbaren WP- Fahrwerk mit SuMo- typisch langen Federwegen und einer Bremsanlage, die keine Wünsche offen lässt. Vorne arbeiten die gleichen Vierkolbenradialzangen von Brembo wie bei ihrer Schwester, allerdings wirken diese nicht auf zwei 320er Scheiben, sondern auf 305er.

 

 

 

Erklären lässt sich dieser Unterschied durch die andere Sitzposition, die man auf ihr einnimmt und die andere Bedienung im Fahrbetrieb. Auf ihr wird stärker hinten gebremst als auf der Super Duke und somit verbaute man dort an Stelle des Einkolbenschwimmsattels auch einen größeren Doppelkolbenschwimmsattel. Die Unterschiede zu den beiden anderen Vertreterinnen sind eindeutig. Sie ist unauffällig und im Vergleich rein optisch fast schon die biederste der drei. Stellt man die 950er in mitten geparkter 640er LC4 oder am besten noch SM 690, dann übersieht man sie schlicht weg in der Menge. Selbst im Vorbeifahren wird keiner auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um eine Zweizylinder 950er handelt. Erst durch das Ziehen am Gaskabel, wodurch sich der Motor mit kernigem Rennsound bemerkbar macht, erscheinen leuchtende Fragezeichen über den Köpfen der Passanten.

 


 

Ja, wir fahren mit fast 1000 Kubik und sind süchtig. Richtig gehört- süchtig! Zwei unserer Testfahrer haben die Supermoto direkt aus dem Speditions- LKW heraus beschlagnahmt und gaben sie nur gegen ihren Willen heraus, wenn sie äußerst verhindert waren. Immer dann durfte auch ich mal SMR reiten.
Leider ist die Vergaser befüllte KTM etwas durstig, was sich aber nächstes Jahr voraussichtlich eh ändern wird, da auch sie dann den Euro 3 Check bekommt. Bleibt zu hoffen, dass der Motor dann immer noch so fein zu dosieren ist.

 

 

FAZIT:


BMW möchte mit der HP2 sportlich ambitionierte Fahrer mit einem großen, vollen Geldbeutel ansprechen, die das Extravagante suchen. Der Motor schiebt aus dem Drehzahlkeller bis hoch hinaus auf über 8000 Touren und entzündet bei zirka 5000 Umdrehungen ein wahres Drehmomentfeuer. Das Fahrwerk, die Reifen und die Bremsen wissen diese Kraft zu beherrschen. Die Sitzbank ist etwas unbequem auf längeren Touren und Soziustauglichkeit muss man extra zahlen. Warum die Megamoto aber soooo viel teurer ist als die Mitstreiterinnen aus Österreich, das wusste uns keiner zu erklären!

 

 

 

 

KTM’s Super Duke ist die richtige, neue Partnerin für Fahrer, die ihr Racebike gegen etwas flexibleres eintauschen wollen, aber nicht unbedingt eine reinrassige, große Supermoto fahren mögen, da sie bei gelegentlichen Besuchen auf der Rundstrecke eine flach geduckte Haltung bevorzugen. Die Duke besitzt neben echten Qualitäten einer Racerin, unter anderem dem Fahrwerk, den Bremsen, einem gleichmäßig hochdrehenden Motor und der Möglichkeit sich aerodynamisch klein zu machen, durchaus alltags- und tourentaugliche Voraussetzungen. Trotz ihrer enormen Bodenfreiheit ist der Kniewinkel angenehm entspannt und die Position des Oberkörpers und die Beanspruchung der Arme ist dank des verbauten, breiten Motocrosslenkers angenehm. Der Sitz ist bequem und ein wenig Gepäck kann man sogar bei Zweimannbetrieb noch irgendwie mitnehmen.

 

 

KTM 950 SuperMoto R unterscheidet sich in vier Punkten von der SM aus eigenem Haus. Der Tankinhalt ist um drei Liter geschrumpft und somit die Sitzposition ein wenig näher an den Tank gerutscht, die Frontfeder ist etwas härter, Rahmenheck und Schwinge sind lackiert und die Rahmenfarbe ist Orange anstatt Titan. Ach ja,  darum und weil sie R heißt kostet sie 700 Euro mehr?! Egal ob SM oder SMR draufsteht, dieses Moped verhilft zu guter Laune und ist bei jeder Schandtat dabei. Ob Fahrt zur Arbeit, die kleine Tour zum Feierabend oder Urlaub mit Gepäck, mit der 950er hat man immer das passende Moped. Understatement heißt die Devise. Ihr Motor, Fahrwerk und ihre Bremsen sind genauso gut, wie die der beiden anderen Kandidatinnen, doch hat sie ihnen gegenüber jeweils mindestens einen Vorteil.
Gegenüber der BMW ist sie viel günstiger, bequemer und von Werk ab zweimanntauglich. Gegenüber ihrer Schwester kann sie mit einer Soziustauglichkeit aufwarten, mit der es sich im Zweimannbetrieb auch angenehm reisen lässt und sie ist insgesamt noch etwas alltagstauglicher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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