Tests
  Motorräder
SMV 750 Dorsoduro


Ein Quckitest mit Aprilia!!!

 

SHIVERS heißer Schwester SMV 750

 

DORSODURO

 

 

 

 

Warum SHIVERS Schwester?


Da Korpus, Motor und Rahmen und

 

manch anderes Teil identisch sind mit

 

der Aprilia SHIVER

 

(siehe WHEELIES-Test 05/2008)

 

Bevor ich die heiße Schwester der

 

Shiver so richtig ausprobieren konnte,

 

war zunächst Testeralltag angesagt.

 

Punkt 02.30 Uhr erinnert mich mein

 

Wecker unnachgiebig daran, dass es

 

höchste Zeit ist, um den Flieger nach

 

Rom um 06.30 Uhr in München zu

 

bekommen. Sonst wird’s nichts mit

 

dem Rendezvous mit der heißen

 

Schwester.

 

Am Flughafen in Rom wartet schon

 

eine Mitarbeiterin von Aprilia auf mich,

 

um mich auch schnellstmöglich zum

 

Ausgangspunkt 70 Kilometer nördlich

 

von Rom in eine herrliche Kurven-

 

landschaft zu chauffieren. Das macht schon Laune, wie sich Thomas Beyer,

 

der Pressemensch von Aprilia, um seine deutschen Journalisten bemüht. Alles ist

 

perfekt vorbereitet.

 

 

Die Dorsoduros warten schon darauf, dass sie herzhaft ausgeritten werden.

Schnell noch in die Lederkombi geschlüpft, die zum Dorsodurooutfit perfekt passt und schon hätte es losgehen können, wenn nicht ein italienisches Fernsehteam eine Stunde lang die Zweisamkeit mit SHIVER’s Schwester genossen hätte.

Aber auch das gehört manchmal zum Testeralltag: Warten!

Nach Abschluss der Dreharbeiten kam endlich der Augenblick der Schlüsselübergabe.

Nichts wie rein ins Zündschloss, umdrehen und auf den Anlasser drücken und seinen Ohren nicht trauen.

 

Ein geiler

 

anmachender

 

Italo-Sound kommt

 

aus der Designer-

 

auspuffanlage,

 

genau so,

 

wie ich es mir bei

 

Motorradmotoren

 

wünsche.

 

Röchelnd

 

kernig und nix

 

elektromäßiges!

 

 

 

Immer wieder ein Genuss und auch Bewunderung, wie es die italienischen Hersteller schaffen, solch einen Sound zu komponieren und auch die Zulassungsbehörden als Fans davon zu überzeugen.

 

Der Tourguide und Fotograf gibt seinem 500er Scarabeo Roller die Sporen und schon geht’s nach einigen kurzen Eingewöhnungskilometern auf einer tollen Kurvenstrecke richtig zur Sache.

Der sehr fein abgestimmte 90 Grad V-Zweizylinder nimmt ohne Verzögerung jede elektronisch über das Ride-by-wire-System gewünschte Gaseinstellung an. Für altgewohnte Zweizylinderfahrer ein ganz neues Fahrgefühl. Wie bei ihrer Schwester der SHIVER, können auch bei der Dorsodoru verschiedene Motormappings (Einspritzkurven) gewählt werden. Über Knopfdruck kann man sich für ein sportliches (S), touristisches oder tourenorientiertes (T) oder auch für Regen (R) geeignetes Motormanagement entscheiden. Alle Einstellungen funktionieren spürbar! Bei so herrlichen Kurven, die keineswegs nur über gebügelte Straßen führen, habe ich mich zunächst für die S-Variante entschieden. Richtig giftig und nach Kurven gierend zieht sie nun ganz unbeeindruckt von immer wieder auftretenden Bodenwellen ihre Bahn. Bei dieser Einstellung geht die Post richtig ab und die wirklich heftig zubeißenden 2 x 320er Wave-Bremsscheiben sind richtig gefordert. Der Motor möchte hier mit viel Rühren im Sechsganggetriebe am Brüllen gehalten werden. Auch Bremsen durch schnelles Herunterschalten, ohne dass das Hinterrad schwarze Streifen zieht, ist kein Problem und je nach anliegendem Tempo durchaus hilfreich. Hier ist der sportlich harte Supermotocharakter beim Fahrwerk und der Motorabstimmung deutlich spürbar und bereitet zumindest mir riesen Fahrspaß. Klasse! Wer es etwas kommoder angehen lassen möchte, hält kurz an und kann mittels Anlasserknopf auf den T = Tourenmodus wechseln und fährt dann wirklich spürbar bequemer und entspannter. Diese Variante kommt den Schaltfaulen zu gute, denn man könnte theoretisch eine ganze Tour im 5. Gang fahren, ohne zu schalten. Ab 3.500 Umdrehungen ist Dank des reichlich vorhandenen Drehmoments Beschleunigen kein Problem! Die Regenvariante (R) würgt den tollen Motor schon ganz gewaltig ab. Deshalb hoffe ich, dass niemand diese Variante wirklich als Fahrstufe benutzt oder auf Grund von Regen benutzen muss, wo sie dann wirklich Sinn macht.

 

 

Das Fahrwerk ist natürlich unabhängig von den einzelnen Motoreinstellungen und ist den normalen bis sportlichen Anforderungen jederzeit gewachsen.

Wer möchte, kann sich sein Fahrwerksverhalten dank der voll einstellbaren Showa-Upside-down-Gabel vorne und an der Aluschwinge mit einstellbarem Monofederbein hinten selbst zurecht basteln. Die hintere Aluschwinge unterscheidet sich von der SHIVER.

 

Der breite Lenker und die etwas nach vorn geneigte, aber nicht wie bei Supersportlern gebückte, sportliche Sitzposition übertragen jeden Lenkimpuls ganz präzise ans Vorderrad und machen jegliche Kurvenhatz zum Spiel. Erst ab einer deutlich über dem normalen Tourenniveau liegenden Geschwindigkeit muss etwas härter zugegriffen und die Richtung nachjustiert werden, um sauber ums Eck zu kommen. Bei der vorhandenen Bodenfreiheit ist es ganz schön schwierig, die Rasten kratzen zu lassen.

Allein die Auswahl der Teststrecke zeigt auch das Selbstvertrauen der Apriliatechniker in das gebaute Fahrwerk.

Der Kompromiss zwischen Supermoto hart und tourenmäßig straff bis weich ist perfekt gelungen und für Anfänger und Racer voll beherrschbar und auf die jeweiligen Belange abstimmbar.

Die schwarzen filigranen Alugussräder mit den aufgezogenen Schlappen der Größe 120/70 ZR 17 vorne und 180/55 ZR 17 hinten sorgen überdies für die nötige Bodenhaftung.

 

Bei der Sitzhöhe von 870 mm haben nur wirklich kurzfüßige eventuelle Standprobleme, was aber durch entsprechende Tieferlegungsmöglichkeiten bestimmt auch noch behoben werden kann. 

Fast unbemerkt steht auch die angedachte Tourenvariante der Dorsoduro zum Beschauen auf der Terrasse. Eine andere Sitzbank, Alugussräder und Federbein goldfarben und die schwarze Lackierung sind die zunächst augenfälligsten Merkmale.

Praktische Softbags und Haltegriffe für Sozius oder Sozia machen die Dorsoduro zu einem absolut tourentauglichen und trotzdem heißen Kurvenräuber.

 

Ob der 12 Liter-Tank mit einer angegebenen Mindesttourentfernung von 200 km ebenfalls tourentauglich ist, werden wir bei einem späteren umfangreichen Test noch genüsslich feststellen.

 

Zum Preis von 8.500,00 Euro zzgl. NK gibt es auf alle Fälle (wahrscheinlich) ab Juni bei allen Aprilia Händlern viel Spaßmotorrad für relativ wenig Geld.


Mittlerweile war es schon wieder 14 Uhr geworden. Schnell noch ein römisches Mittagessen genossen und ab zum Flughafen nach Rom, wo mit dem Rückflug um 17.30 Uhr mein schönes Date mit SHIVERS Schwester zu Ende ging.

 

Wer hat schon das Vergnügen auf SHIVERS Schwester so richtig wild durch die Gegend zu reiten.

 

 

 

Technische Daten:


Motor-Bauart: Flüssigkeitsgekühlter 2-Zylinder-V-Motor, 90 Grad;


Geregelter Katalysator, Euro-3


Ventile: Vier pro Zylinder, je zwei obenliegende Nockenwellen, angetrieben durch Kette/Zahnräder

 

Bohrung/Hub: 92,0 x 56,4 mm


Hubraum: 750 cm³


Verdichtung: 10,9 :1


Leistung: 67 kW (91 PS) bei 8.750/min


Drehmoment: 82,0 Nm bei 4.500/min


Gemischaufbereitung: Elektronische Einspritzung, 52 mm Drosselklappen


Getriebe: 6-Gang


Rahmen: Gitterrohrrahmen aus Stahl, verschraubt mit Aluminium- Seitenprofilen, Angeschraubtes Rahmenheck


Federung vorn: Showa-Upside-down-Gabel, 43 mm, voll einstellbar in
Federvorspannung, Zug-/Druckstufen-Dämpfung


Federung hinten: Aluminium-Schwinge, Mono-Federbein, Federvorspannung
und Dämpfer-Zugstufe einstellbar


Federweg v/h: 160/160 mm


Bremse vorne: Zwei Scheiben, 320 mm, radiale Vierkolben-Zangen


Bremse hinten: Scheibe, 240 mm, Einkolben-Zange


Felgen vorne/hinten: Aluminium-Gußräder, 3.50 x 17 / 6.00 x 17


Bereifung vorn/hinten: Niederquerschnitt-Reifen; 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17


Länge/Breite/Höhe: 2.216 mm, 905 mm, 1.185 mm


Sitzbankhöhe: 870 mm


Radstand: 1505 mm


Leergewicht (fahrfertig): 206 kg


Zuladung: 194 kg


Tankinhalt: 13 Liter


Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

 

Preis von 8.500,00 Euro zzgl. NK

 

Infos:

 

www.aprilia.de

 

RSI-Performance

www.rsi-performance.de

 

 

Text: Ebbse / F otos: Buenos Dias/Ebbse / www.wheelies.de

 



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