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Reifenwärmertest
M.Grams
R.Schmackler

 

 

Reifenwärmer- das Ziel ist immer gleich,

 

der Weg dort hin unterschiedlich.

 

Um von der ersten Runde an Grip zu haben und ihre Reifen zu schonen,

 

heizen mittlerweile selbst Amateure ihre Gummis vor.

 

Diese Tatsache veranlasste uns unter anderem auch dazu,

 

einen aufwendigen Reifenwärmer- Test durchzuführen.

 

Es stellte sich für uns die Frage,

 

ob die Heizdecken im unteren Preissegment Gleiches leisten

 

wie die teuren von renommierten Herstellern.


Drei Systeme sind aktuell in unserem Test vertreten.


Die klassischen mit Heizdrähten, Silikonheizmatten, die im industriellen Gebrauch entwickelt

 

wurden und hochflexible Kohlefaserelemente.


Die Produkte von sechs bekannten Unternehmen wurden unter gleichen Bedingungen geprüft.

 

Im 2.Test haben wir weitere Produkte zu gleichen Bedingungen nachgetestet.

 

 

Die Teilnehmer Test 1:

 

KLS

ca. 700.- Euro

www.kls.de

Polo

ca. 250.- Euro

www.polo-motorrad.de

BANDIT

ca. 670.- Euro

www.alphatechnik.de

TTSL

ca. 400.- Euro

www.ttsl.de

Heat Pro

ca. 350.- Euro

www.heatpro.de

capit

ca. 550.- Euro

www.mobil-tech.de

 

 

 

Polo

ca. 400,- Euro

www.polo-motorrad.de

Louis

ca. 200,- Euro

www.louis.de

 

 

 

Die Testkriterien:

1.

Beobachtung der Reifentemperaturen beim Aufheizen:

 

Von 22,5 Grad bis auf Höchstwert,

in die Haltefase hinein und während dieser.

Dazu wurden in einen 160er Supermoto- Slick drei Wärmesensoren der Marke Ahlborn installiert.

 

Der Messfühler für die Flanke ist 10 mm vom Rand

und der für die Mitte direkt neben der Reifenmitte positioniert.

( Bild unten)

 

Die Gemessenenwerte wurden mit einem Ahlborn Almemo 2690

( Bild links ) ermittelt und direkt am Laptop ausgewertet.

 

Der Reifen war montiert auf einer Alpina 5 Zoll Felge, in die der Messstreifen für die Felgentemperatur installiert war.

 

 

 

 

 

2.

Während der Messungen wurde gleichzeitig Bilder mit einer wärmeempfindlichen Folie gemacht, um die Wärmeverteilung auf dem Reifen sichtbar zu machen und zu zeigen,

ob bei normaler Montage die Decke auch überall am Reifen anliegt.

Je nach Aufwärmzeit von 5 bis 10 Minuten stellte sich das erwünscht, sichtbare Ergebnis ein.

 

 

 

3.

Zu guter Letzt testeten wir die Flexibilität der Heizmatten bei der Montage an unserer

Yamaha YZ450F.  Die schmale Motocross- Hinterradschwinge einer Supermoto oder der sehr nah am Rad montierte Frontfender bei Straßenmotorrädern behindern eventuell bei der Montage.

 

 

Basiswissen zur Beurteilung der Testergebnisse:

 

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Heizdauer und der Aushärtung des Reifens. Erwünscht ist ein schnelles Aufheizen des kompletten Reifens, um ein übermäßiges Entweichen von Weichmachern aus der Oberschicht des Pneus zu verhindern.

Dieser Effekt würde zum vorzeitigen Aushärten des Reifens führen. Starke Temperaturunterschiede während des Aufwärmvorganges führen im schlimmsten Fall zum Ablösen einzelner Gummischichten. Durch lokale Temperaturspitzen überhitzt die Oberfläche teilweise sogar so stark, dass durch Austritt von Weichmacher ein deutlich sichtbarer, blauer Schimmer auf der Reifenaußenhaut entsteht.
Dieser Effekt ist auch beim „Warmfahren“ eines Reifens zu beobachten. Die Erklärung hierfür ist ganz einfach. Die äußere Schicht erhitzt sich durch Reibung sehr schnell, wodurch sie weich und flexibel wird. Der Kern hingegen ist noch starr und kalt, was dazu führt, dass die Reifenoberfläche vom tiefer liegenden Material abreißt. Erkennbar ist dies an einer Fischgräten ähnlichen Oberfläche und dem blauen Schimmer in diesem Bereich.
Das Phänomen “Hot Spot“ haben wir durch gesonderte Messungen untersucht. Hierbei handelt es sich um die Temperaturunterschiede zwischen den direkten Auflagepunkten der Heizdrähte und zwischen den Elementen.

 

Bei den Messungen wurden unterschiedlichste Temperaturkurven erfasst.
Große Unterschiede wurden im Bereich der Aufwärmzeit sichtbar.

 

Polo
 
 
KLS
 

 

BANDIT
 

 

 

capit
 


TTSL
 
 
Heat Pro
 
 
Louis

 

 

Temperatur Reifenmitte
Temperatur Reifenflake
Temperatur Felge

 

Große Unterschiede wurden im Bereich der Aufwärmzeit sichtbar.

Nachdem Polo, KLS, BANDIT und Capit den Temperaturbereich von zirka 85° Celsius in der Mitte des Reifens nach 30 Minuten erreichten, benötigte die Heizdecke von TTSL dafür zirka 45 Minuten und die von Heat Pro sogar 60 Minuten. Die Reifenflankentemperatur von zirka 75° Celsius erreichte KLS nach 15, Polo nach zirka 18, Bandit nach 30, TTSL nach 36 und Capit nach 40 Minuten. Die Reifenwärmer der Firma Heat Pro erreichten an der Flanke einen Höchstwert von 59,2° Celsius und zwar erst nach 80 Minuten. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die verwendeten Heizelemente aus Silikon mit Stahleinlage und das verwendete Cordura- Außenmaterial eine sehr hohe Steifigkeit ergeben und somit die Heizdecke nicht richtig an der Reifenflanke anliegt. Wir haben daraufhin die Decken mit Klettbändern enger an den Reifen gespannt und siehe da, die Flankentemperatur stieg auf einen von Hand gemessenen Wert von 72° Celsius an. Dieses Ergebnis wurde nach zirka 38 Minuten erzielt. Durch die bessere Fixierung wurden die Heizzeiten der Heat Pro Heizdecken deutlich verkürzt. Unser Diagramm zeigt die Serienwerte.
Bei der Aufwärmzeit liegen POLO und KLS ganz vorne. Der Kurvenverlauf ist fast identisch.
Polo und Bandit erreichen nach 28 Minuten ihre Haltefase, wobei bei letzterer noch während dieser Fase eine Temperaturerhöhung von zirka 5 Grad festzustellen ist. KLS schaltet nach 35 Minuten auf Halten und Capit nach 36. Auch hier ist ein Temperaturanstieg von zirka 4 Grad während der Haltefase nachweisbar. TTSL und auch Heat Pro erreichen erst spät ihre Haltefase (bei 70 und 63 Minuten).

 

HOTSPOT-

 

im Vergleich schneiden die KLS- Wärmer aufgrund der Kohlefaserelemente durch ihre flächige Auflage und ohne jegliche sichtbaren Hotspots am besten ab.

Heat Pro kann durch seine Silikonelemente in diesem Vergleich mit KLS mithalten.

Alle Systeme mit Heizdraht erwärmen punktuell etwas zu stark.  

Nachdem wir dieser Sache auf den Grund gegangen sind, lies sich feststellen, das bei allen der Temperaturunterschied zwischen direkter Drahtauflage und genau mittig zwischen den Drähten im Bereich von fünf Grad bewegt.

 

Beim abschließenden Montagetest ließen sich alle Heizdecken gut montieren, Heat Pro machte ein wenig Probleme wegen der schon erwähnten eingeschränkten Flexibilität, obwohl sie zum Ende unseres Tests schon weicher und besser zu händeln war als zu Beginn. Ob die Heizdecken durch ein Band am Rad verzurrt werden oder mit einem Gummizug, ist Geschmacksache. Beides funktioniert gleichermaßen gut.

 

 

Fazit:


Wir wollen hier nichts weiter bewerten, was nicht der Test schon aufdecken konnte.
Keine der Decken hat den Reifen durch übermäßige Hitzeeinwirkung beschädigt. 

Bei Heat Pro arbeitet man eifrig an der weiteren Verbesserung des noch jungen Heizsystems. Louis und POLO haben die günstigen Amateurfavoriten mit Profiqualitäten auf den Markt geworfen. POLO brachte kurz darauf noch eine einstellbaren Reifenwärmersatz auf den Markt.

Capit, Bandit und TTSL warten mit klassischer, ausgereifter Drahttechnologie auf und KLS schaut aufgrund seines patentieren Hightech- System entspannt in die Zukunft.


Es stellt sich die Frage, ob man als Hobbyfahrer teure Heizdecken kaufen soll, oder ob die günstigen nicht ausreichend sind.

Anders herum sollte sich ein Wettkämpfer entscheiden, ob er mit einer eventuellen Mehrinvestition für einen Profiwärmer nicht besser beraten ist.

 

Im Praxistest waren wir mit dem Drahtsystem zufrieden.

Die Reifen waren warm, sind nicht verbrannt und lösten sich somit auch nicht auf.

Also, besser als die Reifen warm fahren!

 

Wir wüschen Euch viel Spaß beim heizen !!!

 

 

 

 

 

 



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